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Dachs, Dachs, Josef: Familie
Josef: * 1827 -09-3030.9.1827 [nicht 1825] Regensburg/D, † 1896 -06-066.6.1896 Wien. Pianist und Pädagoge. Kam 1844 nach Wien, wo er Unterricht bei S. Sechter, A. Halm und C. Czerny erhielt. D. galt als hervorragender Pianist (er war u. a. 1850–59 Solist der Gesellschaftskonzerte in Wien und konzertierte mehrfach mit dem Hellmesberger-Quartett; viele Werke wurden durch ihn uraufgeführt. Darüber hinaus fungierte er auch als Klavierbegleiter (u. a. von Julius Stockhausen). Ab 1850 war D. Lehrer am Konservatorium der Gesellschaft der Musikfreunde (u. a. von H. Wolf, F. Löwe, A. Rubinstein und G. Adler), ab Herbst 1860 Prof. der Ausbildungsklasse für Klavier (zu seinen Schülern zählten W. Schenner, J. Hofmann). Daneben ab Sommer 1852 aktives Mitglied des Wiener Männergesang-Vereins. D. gilt als Pionier der Werke R. Schumanns, seine Ausgaben von Klaviermusik der Klassiker haben teilweise bis heute (2014) Geltung.
Ehrungen
Goldenes Verdienstkreuz mit Krone 1870; Widmungsträger mehrerer Kompositionen (J. Rufinatschas Rondo capriccioso, op. 6 (s. Tbsp.); Antoine Herberg La Sylphide, op. 43; Edmund Winterle, Scherzo, op. 34); Ehrenmitglied des Steiermärkischen Musikvereines.
Werke
Fantaisie sur des themes de „Rigoletto“ f. Kl. 1853; Bearbeitung v. C. M. v. Webers Preciosa für Kl. zu vier Händen.
Literatur
Czeike 1 (1992); ÖBL 1 (1957); Eisenberg 1893; H. Mendel, Musikalisches Conversationslex. 1873; Riemann 1929; Neue Wr. Musik-Ztg. 17.5.1860, 79 u. 11.10.1860, 161; Anonym in Oesterreichische Musiker-Zeitung 16.6.1896; Sterbebuch 1886–98 der Pfarre St. Augustin (Wien I), fol. 70; eigene Recherchen.


Sein Sohn Oskar (Oscar): * 23.9.1881 Wien, † 16.5.1957 Wien. Pianist. Als Kind spielte er K. Goldmark und J. Hellmesberger vor, machte die Bekanntschaft von A. Bruckner und H. Wolf, der im Elternhaus verkehrte. Musikalische Ausbildung zuerst bei seinem Vater, später am Konservatorium der GdM (Vorbildungsklasse Klavier 1897–99 bei Wilhelm Rauch, 1898/99 Vorbildungsklasse Flöte bei Roman Kukula, Ausbildungsklasse Klavier 1899–1901 bei R. Fischhof). Ab 1899 auch Solokorrepetitor an der Wiener Hofoper unter G. Mahler, wo er mit zahlreichen berühmten Sängern und Sängerinnen seiner Zeit arbeitete (Hermann Winkelmann, E. Schmedes, Selma Kurz, Lucie Weidt, A. Mildenburg, Maria Olszewska, Li. Lehmann, R. Mayr, A. Piccaver). In der Folge etablierte sich D. auch als Pianist und war über 50 Jahre lang an etwa 3.000 Konzerten beteiligt. Während des Ersten Weltkrieges nahm er an über 400 Wohltätigkeitsveranstaltungen teil. D. trat mit den berühmtesten Kammermusikensembles der Zeit auf (Ševčík, Prill- und Rosé-Quartett) und machte sich auch als gefragter Klavierbegleiter für Sänger (u. a. begleitete er ab 1904 seinen Freund L. Slezak auf dessen Konzertreisen) und Instrumentalisten (F. Ondříček, Eugène Ysaÿe) einen Namen. Er war Mitbegründer des Wiener Tonkünstler-Orchesters (Wiener Symphoniker), mit dem er mehrfach konzertierte. 1925–37 Leiter einer Ausbildungsklasse am Neuen Wiener Konservatorium, 1937–50 unterrichtete er Klavier (Nebenfach) an der Wiener MAkad. Von R. Stolz und B. Hardt-Warden ist ein Brief an Dachs erhalten, in dem sie ihn, „dessen Kunstsinn sprichwörtlich“ sei, um ein „unendlich maßgebendes Urteil“ bezüglich Stolz’ 1928 erschienener Blumenlieder ersuchen. Seine Schwester? Ida D. (* 6.9.1878 Wien, † ?) war 1897–1900 Gesangsschülerin von F. Forstén am Konservatorium der GdM.


Ehrungen
Widmungsträger mehrerer Kompositionen (Leopold Rudolph Bibl, Presto agitato; Maximilian Lassen, Scherzo Capricioso [!], op. 47/1; Jossie Breling, Zwei Klavierstücke [1910]; Ludwig Jamöck, Fuge für das Pianoforte über das Thema „Dachs“ [1929], Bernd Decker, Lied des Harfenmädchens [1944]); Ordensritter der Rumänischen Krone 1914; Prof.-Titel 1923; Ehrenmitglied der Wiener Liedertafel 1923; Ehrenmedaille der Stadt Wien 1951; Reg.rat.
Werke
Operneinakter Der König pfeift 1921 (T: Julius Wilhelm); Klavierstücke (Serenade1907). – Nachlass Wienbibliothek im Rathaus.
Literatur
Czeike 1 (1992); F. B. in Wiener Zeitung 23.9.1951; Der Salon 20.1.1909, 8; Brief von R. Stolz u. Bruno Hardt-Warden an O. Dachs, 6.2.1928 (Wienbibliothek im Rathaus); Mitt. Archiv MUniv. Wien.


Dessen Frau Camilla, geb. Weigang (Weygang): * 9.12.1874 Wien, † 20.4.1950 Wien. Tänzerin, Schauspielerin. Bereits als Kind Mitglied des Ballettkorps der Wiener Staatsoper, Schülerin von Josef Haßreiter. Ab 1893 Erste Mimikerin, ihre letzte Rolle an der Wiener Staatsoper war 1907 die Titelfigur Fenella in Daniel-François-Esprit Aubers La Muette de Portici, die sie unter B. Walter an der Seite von L. Slezak darstellte; 1917 Pensionierung. Danach Ausbildung zur Schauspielerin und Bühnenauftritte. Nach der Heirat mit O. Dachs 1907? zog sie sich von der Bühne zurück.


Literatur
Raab 1994; Kosch 1 (1953); Wiener Zeitung 21.4.1950; http://db-staatsoper.die-antwort.eu/ (4/2014).

Autor(en)
Monika Kornberger
Empfohlene Zitierweise
Monika Kornberger, Art. „Dachs, Familie‟, in: Oesterreichisches Musiklexikon online, Zugriff: ().

[Letzte inhaltliche Änderung: 21/05/2014]

ABBILDUNGEN
Oskar Dachs (Der Salon 20.1.1909, 8)
Oskar Dachs (Der Salon 20.1.1909, 8)
HÖRBEISPIELE

Johann Rufinatscha, Rondo capriccioso, op. 6 (Josef Dachs gewidmet)

GND
Dachs, Josef
Weiterführende Literatur (OBVSG)
GND
Dachs, Oskar
Weiterführende Literatur (OBVSG)

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